Wanderberge: 12 Dreitausender für leichte Gipfelwanderungen

Wanderberge: 12 Dreitausender für leichte Gipfelwanderungen

12 Februar 2021

von: Maria in Alpinismus

In den Alpen gibt es viele Dreitausender, die man besteigen kann, ohne klettern zu müssen. Vielleicht besitzt du eine (heimliche) Liste mit schönen Wandertouren oder Wanderzielen? Steht auf dieser Bucket-Liste auch eine Gipfeltour drauf? Diese sind nämlich nicht nur professionellen Bergsteigern vorbehalten. Auch Wanderer können einen Berggipfel über 3000 Metern erreichen. Und damit meinen wir nicht einen, bei dem eine Bergbahn bequem bis nach ganz oben fährt. Nein, einen, wo man selbst hinaufgehen muss, ein Wanderberg. Zu unterschätzen ist so eine Gipfelwanderung natürlich nicht. Schon die Höhe stellt einen Herausforderung dar und gelegentlich muss etwas geklettert werden. Aber wenn du jemals selbst einen Dreitausender beklimmen möchtest, findest du in dieser Liste wahrscheinlich ein schönes Ziel für deine persönliche Bucket-Liste.

1. Sparrhorn (Berner Oberland, 3012m)

Das Sparrhorn ist wahrscheinlich der einfachste Dreitausender für eine Gipfelwanderung. Der Wanderberg liegt an der Nordseite des Rhonetals zwischen den Walliser Eisriesen und den Berner Alpen. Ein markierter Wanderweg führt bis zum Gipfelkreuz, wo der atemberaubende Ausblick auf den Aletschgletscher das Verlangen nach weiteren Gipfelbesteigungen weckt. Nimmt man den Sessellift, kann man nur 300 Meter unterhalb der Bergspitze aussteigen. Aber selbst wenn man den Fußmarsch von Belalp hinauf zum Gipfel auf sich nimmt, müssen weniger als 1000 Höhenmeter überwunden werden. 

Aussicht Aletschgletscher
Die Aussicht auf den Aletschgletscher bleibt beeindruckend, egal von welchen Berggipfel man schaut.

2. Bella Tola (Wallis, 3025m)

Die Bella Tola liegt auf der Sprachgrenze des schweizer Kantons Wallis zwischen dem Val d'Anniviers und dem wilden Turtmanntal. Eine recht leichte Gipfelwanderung beginnt südlich des Rhonetals, nicht weit von Sierre entfernt und kann am besten an zwei Tagen gewandert werden. Eine Übernachtung bietet sich in der Berghütte Bella-Tola (2346 m) an, dann sind es nur noch 2,5 Stunden bis zum Gipfel. Auf dem Berg oben angekommen bietet sich ein herrlicher Blick auf alle Viertausender rund um Zermatt und die hohen Gipfel des Berner Oberlandes. Man kann diese Wanderung auch mit einer Besteigung des Rothorns (2998 m) kombinieren. Dieser Gipfel ist zwar nur knapp dreitausend Meter hoch, aber der Weg dorthin ist spektakulär.

3. Scheiblehenkogel (Ötztal, 3060m)

Dieser Gipfel kann mit einer kurzen Gipfelwanderung von nur 2 Stunden von der Sieglanderhütte (2710 m) erreicht werden. Zur Hütte selbst gelangt man zu Fuß von Sölden aus in rund 5 Stunden oder von Moos (Passeiertal) aus in etwa 4 Stunden. Der Aufstieg ab der Hütte erfolgt über den Südwestgrat, einem etwas breiteren und daher harmlosen Grat. Ab dem Gipfel hat man einen schönen Blick auf die Ötztaler Berge, wie das Zuckerhütl.

4. Piz Boè (Alta Badia, 3152m)

Piz Boè ist der höchste Gipfel der Sellagruppe und einer der berühmtesten Dolomitengipfel. Jährlich machen sich zahlreiche Wanderer auf, um den "leichtesten Dreitausender der Dolomiten" zu besteigen. Es gibt mehrere Wege, um auf den Berg zu kommen. Von Corvara aus kann man die Gondelbahn nehmen und anschließend mit dem Sessellift auf über 2520 m gelangen. Von hier geht es auf markierten Wanderwegen über die Eisseespitze (3009 m), Hahnenkamm und Jägerscharte hinauf zum Berggipfel. Die steilen Passagen sind teilweise mit Drahtseilen gesichert. Nach einer 2,5-stündigen Wandertour erreicht man den Berggipfel, auf dem die urige Fassahütte thront.

bergtop Piz Boè




5. Rötlspitze (Stilfser Joch, 3026m)

Dieser Gipfel in Südtirol kann vom Stilfserjoch (2758 m) erreicht werden und ist zu Recht ein leichter Dreitausender. Über einen gut markierten Wanderweg erreicht man innerhalb von 1,5 Stunden und nur 300 Höhenmetern den Berggipfel. Unterwegs informieren Schautafeln über Geologie, Geschichte und Flora. 

6. Tschenglser Hochwand (Vinschgau, 3375m)

Dies ist einer der leichteren Gipfel der Ortler-Gruppe. Ein Sessellift bringt Wanderer von Sulden zur Bergstation auf 2348 m Höhe, von wo aus es zu Fuß weitergeht zur Düsseldorfer Hütte (2721 m), die man innerhalb von 1,5 Stunden erreicht. Die Wanderroute ist deutlich beschildert und stellt auf etwa 3000 m Höhe Wanderer vor die Wahl: Entweder geht man links über den Normalweg und gerölligen Serpentinen die Schuttrinne hinauf oder rechts über den Südwestgrat, der allerdings nur für erfahrene Bergwanderer geeignet ist. Innerhalb von 2,5 Stunden erreicht man die Bergspitze (insgesamt sind es also 4 Stunden). Wer sich im Frühsommer auf diese Gipfelwanderung begibt, sollt mit Schnee im Couloir rechnen. 

7. Munt Pers (Bernina, 3027m)

Nur eine Stunde dauert eine Wanderung von der Bergstation der Diavolezza-Seilbahn zum Munt Pers. Der Berg befindet sich im Schatten der Riesen Piz Palü, Piz Morteratsch und der Piz Bernina in den Bernina-Alpen. Alternativ kann der Berg direkt vom Tal über den Lej da Diavolezza bestiegen werden. Dazu sollte man weitere 2 Stunden Gehzeit einplanen. Eines ist aber sicher: Die Aussicht auf die Gletschwelt Bernina Glaciers ist einmalig.

Gipfelwanderung am besten mit Wanderstöcken
Nimm deine Wanderstöcke mit, sie können bei einer langen Gipfelwanderung nützlich sein.

8. Sulzkogel (Stubaier Alpen, 3016m)

Diese Gipfelwanderung zum Sulzkogel startet an der Dortmunder Hütte in Kühtai. Bis zur Hütte kann man mit dem Auto vorfahren. Nach einer kräftigenden Mahlzeit oder gar erholsamen Übernachtung geht es in 3 Stunden hinauf zum Gipfel. Technisch kan dieser ohne größere Schwierigkeiten erreicht werden. Ein langer Teil der Wanderung führt jedoch über Geröllhalden und am Ende ist die Strecke recht steil, weshalb eine gute Kondition sowie Trittsicherheit erforderlich sind.

9. Hintere Schöntaufspitze (Ortler, 3325m)

Dieser Aussichtsgipfel belohnt alle Bergwanderer mit einem faszinierenden Panorama bestehend aus Ortler, Zebru und Königspitze sowie weiteren namhaften Spitzen der Ortler-Gruppe. Wer zunächst ein Stück mit der Seilbahn ablegt, muss nur noch 700 m zu Fuß bewältigen, um den Gipfel zu erreichen. Dann ist man etwas eine Stunde und 45 Minuten unterwegs. Wer in Sulden startet, muss hingegen mehr als 1400 Höhenmeter ablegen. Es gibt nur wenige schwierige Passagen auf dem Weg, aber auf dem letzten steilen Stück vom Madritschjoch kann einem die Höhe schon zu schaffen machen.

10. Le Pain de Sucre (Queyras, 3208m)

Dieser Gipfel kann vom Col Agnel innerhalb von 1,5 Stunden bestiegen werden. Der Gipfelgrat bietet nicht nur schöne Aussichten auf den Monte Viso in Italien und die vielen Bergspitzen des Parc naturel régional du Queyras in Frankreich, sondern stellt zugleich auch die französisch-italienische Grenze dar. Weniger als 500 Höhenmeter müssen auf dem Weg nach oben bestritten werden. Jedoch führt die Route über Geröll und lose Felsplatten. Höhenangst kommt hier nicht in Frage und man sollte auf jeden Fall über eine gute Trittsicherheit verfügen. Beim Abstieg über den Col Vieux lohnt sich ein Abstecher zu den Bergseen Lac Foréant und Lac Egorgéou 

Wandern Berggipfel
Das Erreichen eines Berggipfels gibt immer ein gutes und zufriedenes Gefühl. Mit einem breiten Lächeln gehst es wieder bergab.

11. Schönbichler Horn (Zillertal, 3134m)

Das Schönbichler Horn ist der höchste Gipfel des Berliner Höhenweges. In Ginzling, hinter Mayrhofen, befindet sich der Gasthof Breitlahner, der perfekte Ausgangsort, um in drei Stunden die Berliner Hütte (2044 m) zu erreichen. Von der Hütte führt der gut markierte Berliner Höhenweg auf das Schönbichler Horn. Der Aufstieg über den Kamm ist teilweise gesichert. Wer noch weiter zum Furtschaglhaus wandert, hat die gesamte Etappe des Berliner Höhenweges in den Beiden. Insgesamt sind mit ca. 6 Stunden Fußweg zu rechnen.

12. Barrhorn (Wallis, 3610m)

Das Barrhorn ist der höchste Berggipfel, der ohne spezieller Hochalpinausrüstung zu Fuß erreicht werden kann. Am besten teilt man sich die Gipfelwanderung auf zwei Tage auf. Am ersten Tag geht es zur Turtmannhütte (2519 m) und von dort weiter zur Bergspitze. Allein für das Stück ab der Hütte zur Spitze müssen ungefähr 4 Stunden eingeplant werden. Der Weg führt über Geröll- und Felshänge zur Schlüsselpassage, das Gässi, einem mit Drahtseilen befestigten Felsvorsprung. Weiter geht es über Moränen und steile Kehren zum Inneren Barrhorn und abermals über einen steilen Aufstieg zum Äusseren Barrhorn. Von hier aus hat man einen spektakulären Blick auf Mischabel, Monte Rosa und Weißhorn. Dies sind die großen Gipfel im Wallis, die neben dem Matterhorn liegen.

Urlaub in den Bergen