In den Alpen gibt es viele Dreitausender, die man besteigen kann, ohne klettern zu müssen. Steht auf deiner Bucket List auch eine Gipfeltour? Zu unterschätzen ist eine solche Wanderung auf einen Dreitausender natürlich nicht. Schon die Höhe stellt eine Herausforderung dar und gelegentlich muss ein Stück geklettert werden. Aber wenn du jemals selbst einen Dreitausender erklimmen möchtest, hat IndenBergen die schönsten, leicht schaffbaren Ziele für deine persönliche Gipfelwanderung.
Kurz zusammengefasst
- Wir stellen zwölf vergleichsweise leicht erreichbare Dreitausender in den Alpen vor, darunter das Sparrhorn, die Bella Tola, den Piz Boè, die Rötlspitze und das Schönbichler Horn.
- Die Touren unterscheiden sich deutlich: Manche Gipfel sind mit Seilbahn oder Sessellift und wenigen Höhenmetern erreichbar, andere erfordern mehrere Stunden Aufstieg, gute Kondition und Trittsicherheit.
- Auch bei den „leichten“ Dreitausendern können Geröll, steile Passagen, Drahtseile, Schnee und die dünne Höhenluft eine Herausforderung darstellen, weswegen eine sorgfältige Tourenplanung unerlässlich ist.
1. Sparrhorn (Berner Oberland, 3.012m)
Das Sparrhorn ist wahrscheinlich der einfachste Dreitausender für eine Gipfelwanderung. Der beliebte Wanderberg liegt an der Nordseite des Rhonetals zwischen den Walliser Eisriesen und den Berner Alpen. Ein markierter Wanderweg führt bis zum Gipfelkreuz, wo der atemberaubende Ausblick auf den Aletschgletscher das Verlangen nach weiteren Gipfelbesteigungen weckt. Nimmt man den Sessellift, hat man die Möglichkeit, nur 300 Meter unterhalb der Bergspitze auszusteigen. Aber selbst wenn man den Fußmarsch von Belalp hinauf zum Gipfel auf sich nimmt, müssen weniger als 1.000 Höhenmeter überwunden werden.
2. Bella Tola (Wallis, 3.025m)
Die Bella Tola liegt auf der Sprachgrenze des schweizer Kantons Wallis zwischen dem Val d'Anniviers und dem wilden Turtmanntal. Eine recht leichte Gipfelwanderung beginnt südlich des Rhonetals, nicht weit von Sierre entfernt und kann am besten an zwei Tagen gewandert werden. Eine Übernachtung bietet sich in der Berghütte Bella Tola (2.346 m) an, dann sind es nur noch 2,5 Stunden bis zum Gipfel. Oben angekommen, bietet sich ein herrlicher Blick auf alle Viertausender rund um Zermatt und die hohen Gipfel des Berner Oberlandes. Man hat sogar die Möglichkeit, diese Wanderung auch mit einer Besteigung des Rothorns (2.998 m) zu kombinieren. Dieser Gipfel ist zwar nicht ganz dreitausend Meter hoch, aber der Weg dorthin ist spektakulär.
3. Scheiblehenkogel (Ötztal, 3.060m)
Dieser Gipfel ist mit einer kurzen Gipfelwanderung von nur zwei Stunden von der Siegerlandhütte (2.710 m) erreichbar. Zur Hütte selbst gelangt man zu Fuß von Sölden aus in rund fünf Stunden oder von Moos (Passeiertal) aus in etwa vier Stunden. Der Aufstieg ab der Hütte erfolgt über den Südwestgrat, einem etwas breiteren und daher harmlosen Grat. Auf dem Gipfel hat man einen schönen Blick auf die Berge des Ötztals, wie das Zuckerhütl.
4. Piz Boè (Alta Badia, 3.152m)
Piz Boè ist der höchste Gipfel der Sellagruppe und einer der berühmtesten Dolomitengipfel. Jährlich machen sich zahlreiche Wanderer auf, um den leichtesten Dreitausender der Dolomiten zu besteigen. Es gibt mehrere Wege, um auf den Berg zu gelangen. Von Corvara in Südtirol aus besteht die Möglichkeit, die Gondel zu nehmen und anschließend mit dem Sessellift auf über 2.520 m gelangen. Von dort aus geht es auf markierten Wanderwegen über die Eisseespitze (3.009 m), Hahnenkamm und Jägerscharte hinauf zum Berggipfel. Die steilen Passagen sind teilweise mit Drahtseilen gesichert. Nach einer 2,5-stündigen Wandertour erreicht man den Berggipfel, auf dem die urige Fassahütte thront.
5. Rötlspitze (Stilfser Joch, 3.026m)
Dieser Gipfel in Südtirol ist vom Stilfser Joch (2.758 m) aus erreichbar und ist zu Recht ein einfach bezwingbarer Dreitausender. Über einen gut markierten Wanderweg erreicht man innerhalb von 1,5 Stunden und mit nur 300 Höhenmetern den Berggipfel. Unterwegs informieren Schautafeln über Geologie, Geschichte und Flora.
6. Tschenglser Hochwand (Vinschgau, 3.375m)
Einer der leichteren Gipfel der Ortler-Gruppe. Ein Sessellift bringt Wanderer von Sulden zur Bergstation auf 2.348 m Höhe, von wo aus es zu Fuß weitergeht zur Düsseldorfer Hütte (2.721 m), die man innerhalb von 1,5 Stunden erreicht. Die Wanderroute ist deutlich ausgeschildert und stellt auf etwa 3.000 m Höhe Wanderer vor die Wahl: Entweder geht man links über den Normalweg und geröllige Serpentinen die Schuttrinne hinauf oder rechts über den Südwestgrat, der allerdings nur für erfahrene Bergwanderer geeignet ist. Innerhalb von 2,5 Stunden erreicht man die Bergspitze (insgesamt dauert die Strecke zum also vier Stunden). Wer sich im Frühsommer auf diese Gipfelwanderung begibt, sollte mit Schnee im Couloir rechnen.
7. Munt Pers (Bernina, 3.027m)
Nur eine Stunde dauert eine Wanderung von der Bergstation der Diavolezza-Seilbahn zum Munt Pers. Der Berg befindet sich im Schatten der Riesen Piz Palü, Piz Morteratsch und Piz Bernina in den Bernina-Alpen. Alternativ ist es möglich, den Berg direkt vom Tal über den Lej da Diavolezza zu besteigen. Dazu sollte man weitere zwei Stunden Gehzeit einplanen. Eines ist aber sicher: Die Aussicht auf die Gletscherwelt Bernina Glaciers ist einmalig.
8. Sulzkogel (Stubaier Alpen, 3.016m)
Diese Gipfelwanderung zum Sulzkogel startet an der Dortmunder Hütte im Kühtai. Bis zur Hütte kann man mit dem Auto vorfahren. Nach einer kräftigenden Mahlzeit oder gar einer erholsamen Übernachtung geht es in drei Stunden hinauf zum Gipfel des Sulzkogel in den Stubaier Alpen. Technisch ist dieser ohne größere Schwierigkeiten erreichbar. Ein langer Teil der Wanderung führt jedoch über Geröllhalden und am Ende ist die Strecke recht steil, weshalb eine gute Kondition sowie Trittsicherheit erforderlich sind.
9. Hintere Schöntaufspitze (Ortler, 3.325m)
Dieser Aussichtsgipfel belohnt alle Bergwanderer mit einem faszinierenden Panorama, bestehend aus Ortler, Zebru und Königspitze sowie weiteren namhaften Spitzen der Ortler-Gruppe. Wer zunächst ein Stück mit der Seilbahn zurücklegt, muss nur noch 700 m zu Fuß bewältigen, um den Gipfel zu erreichen. Dann ist man etwa eine Stunde und 45 Minuten unterwegs. Wer in Sulden startet, muss hingegen mehr als 1.400 Höhenmeter überwinden. Es gibt dennoch nur wenige schwierige Passagen auf dem Weg, aber auf dem letzten steilen Stück vom Madritschjoch kann einem die Höhe schon zu schaffen machen.
10. Le Pain de Sucre (Queyras, 3.208m)
Es ist möglich, diesen Gipfel vom Col Agnel innerhalb von 1,5 Stunden zu besteigen. Der Gipfelgrat bietet nicht nur schöne Aussichten auf den Monte Viso in Italien und die vielen Bergspitzen des Parc naturel régional du Queyras in Frankreich, sondern stellt zugleich auch die französisch-italienische Grenze dar. Weniger als 500 Höhenmeter müssen auf dem Weg nach oben zurückgelegt werden. Jedoch führt die Route über Geröll und lose Felsplatten. Höhenangst sollte man bei dieser Gipfelwanderung besser nicht haben, aber dafür recht trittsicher sein. Beim Abstieg über den Col Vieux lohnt sich ein Abstecher zu den Bergseen Lac Foréant und Lac Egorgéou.
11. Schönbichler Horn (Zillertal, 3.134m)
Das Schönbichler Horn ist der höchste Gipfel des Berliner Höhenweges. In Ginzling, hinter Mayrhofen, befindet sich der Gasthof Breitlahner, der perfekte Ausgangsort, um in drei Stunden die Berliner Hütte (2.044 m) zu erreichen. Von der Hütte führt der gut markierte Berliner Höhenweg auf das Schönbichler Horn. Der Aufstieg über den Kamm ist teilweise gesichert. Wer noch weiter zum Furtschaglhaus wandert, hat die gesamte Etappe des Berliner Höhenweges in einem geschafft. Insgesamt sind mit ca. sechs Stunden Fußweg zu rechnen.
12. Barrhorn (Wallis, 3.610m)
Das Barrhorn ist der höchste Berggipfel, der ohne spezielle Hochalpinausrüstung zu Fuß erreichbar ist. Am besten teilt man sich die Gipfelwanderung auf zwei Tage auf. Am ersten Tag geht es zur Turtmannhütte (2.519 m) und von dort weiter zur Bergspitze. Allein für das Stück ab der Hütte zur Spitze sollten ungefähr vier Stunden eingeplant werden. Der Weg führt über Geröll- und Felshänge zur Schlüsselpassage, dem Gässi, einem mit Drahtseilen befestigten Felsvorsprung. Weiter geht es über Moränen und steile Kehren zum Inneren Barrhorn und abermals über einen steilen Aufstieg zum Äusseren Barrhorn. Vom Gipfel aus hat man einen spektakulären Blick auf Mischabel, Monte Rosa und Weißhorn. Dies sind die großen Gipfel im Wallis, die neben dem Matterhorn liegen.
Tipps für eine Gipfelwanderung auf einen Dreitausender
Eine Gipfelwanderung auf einen Dreitausender ist ein besonderes Erlebnis. Auch wenn viele der vorgestellten Berge ohne Kletterausrüstung erreichbar sind, solltest du die Tour nicht unterschätzen. Höhe, wechselhaftes Wetter und anspruchsvolle Wegabschnitte können selbst erfahrene Wanderer herausfordern. Mit der richtigen Vorbereitung wird der Aufstieg jedoch zu einem unvergesslichen Bergerlebnis.
- Wähle eine Route, die zu deiner Erfahrung passt: Informiere dich vorab über Höhenmeter, Gehzeit, Wegbeschaffenheit und mögliche ausgesetzte oder gesicherte Passagen.
- Plane ausreichend Zeit ein: Berücksichtige Pausen, Fotostopps und einen Zeitpuffer für unerwartete Verzögerungen.
- Prüfe die Wettervorhersage: In den Bergen kann sich das Wetter schnell ändern. Bei Gewitter, starkem Wind oder schlechter Sicht solltest du die Tour verschieben oder rechtzeitig umkehren.
- Starte früh am Morgen: So bleibt genügend Zeit für den Auf- und Abstieg, und du verringerst das Risiko, am Nachmittag in ein Gewitter zu geraten.
- Akklimatisiere dich: Die dünne Luft kann auch bei einer technisch einfachen Route zu Kopfschmerzen, Schwindel oder schneller Erschöpfung führen.
- Trage geeignete Ausrüstung: Feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, Sonnenschutz, ausreichend Wasser und Snacks gehören ebenso ins Gepäck wie eine Erste-Hilfe-Ausrüstung.
- Nimm Wanderstöcke mit: Sie können besonders auf Geröll, steilen Abstiegen und langen Wegabschnitten hilfreich sein.
- Verlasse markierte Wege nicht: Halte dich an die ausgeschilderte Route und beachte aktuelle Sperrungen oder Hinweise vor Ort.
- Kehre rechtzeitig um: Der Gipfel ist nicht das wichtigste Ziel. Wenn Wetter, Kondition oder Wegverhältnisse nicht mehr passen, ist ein sicherer Abstieg die richtige Entscheidung.
- Informiere andere über deine Tour: Teile Route und geplante Rückkehrzeit mit und nimm für Notfälle ein geladenes Mobiltelefon mit.